Contemporary Fine Arts Basel freut sich, Die bleche und ich gehen heim anzukündigen, eine Ausstellung mit Zeichnungen und Skulpturen von Walter Pichler (1936 – 2012), kuratiert von Cyprien Gaillard. Dies ist nach 2007 und 2013 die dritte Einzelausstellung, die die Galerie dem Künstler ausrichtet.

Nachdem Pichler sich in den 60er Jahren mit futuristisch-dystopisch anmutenden Werken einen Namen gemacht hatte, die aus seinerzeit neuartigen Kunststoffen wie PVC und Glasfaser und anderen neuen synthetischen, industriellen Elementen entstanden, vollzog er mit dem Umzug auf einen Dreikanthof in Sankt Martin im Burgenland 1972 einen radikalen Wandel bezüglich seiner Materialen. Lehm, Gips, Holz, Stroh und Metalle, kurzum, Werkstoffe, die weitestgehend die Natur und Umgebung hergab, wurden – neben dem „Material Zeit“ – zu seinen bevorzugten Materialen.

Diese Skulpturen, nach jahre-, teilweise jahrzehntelanger disziplinierter Arbeit und in höchster Präzision entstanden, wurden fortan nicht mehr zum Verkauf angeboten. Auch diese Entscheidung fiel mit dem Umzug nach St. Martin zusammen bzw. bedingte sie. Pichler plante vielmehr, für jede dieser Skulpturen eine Behausung auf dem Hofgelände zu errichten.

In den Jahren von 1972 bis zu Pichlers Tod 2012 entstanden so, angegliedert an und um den Hof herum, sieben Behausungen für Skulpturen; ein einzigartiges Ensemble, welches Rudi Fuchs anlässlich der Ausstellung des Künstlers im Stedelijk Museum Amsterdam 1997 als „Pichlers bescheidene Akropolis“ bezeichnete.

Neben den Skulpturen entstand ein ebenso bedeutendes, umfangreiches zeichnerisches Werk. Wir sind stolz und dankbar, mit Cyprien Gaillard einen der einflussreichsten und interessantesten Künstler seiner Generation als Kurator für diese Ausstellung gewonnen zu haben.

Gaillard bewundert das Werk Pichlers seit Jahren. Dank seiner bedachten Auswahl von Zeichnungen dürfen wir uns auf einige zuvor nie ausgestellte Werke freuen, die teilweise in von Gaillard gestalteten Rahmen präsentiert werden.

Unser besonderer Dank gilt Anna Tripamer, der Tochter und Nachlassverwalterin von Walter Pichler, ohne deren fortwährende Unterstützung sich diese Präsentation nicht hätte realisieren lassen und die Gaillard bei der Auswahl der Skulpturen freie Hand ließ, für die Pichler die Zeit nicht vergönnt blieb, eine Behausung fertigzustellen.

Pichler hätte die Idee gefallen, dass mit Gaillard ein Künstler den Werken eine temporäre Heimstatt schafft.