Dies ist die Fortsetzung der Ausstellung The new abstract - An Atlantic bridge - USA - Berlin aus dem Jahre 2019 mit bekannten und neuen Positionen von beiden Seiten des Atlantiks. Angesichts sich verschlechternder Beziehungen auf politischer Ebene mag man vielleicht eher einen Abbruch als einen erneuten Brückenbau erwarten, nicht aber auf dem Feld der Kunst.
Über die transatlantische Brücke findet schon seit De Koonings und Kurt Schwitters ein Dialog in der Universalsprache der Malerei in beide Richtungen statt, durch den die Partner sich wechselseitig beeinflussten und bereicherten.
Social Media und die Globalisierung des Marktes haben diese Tendenz noch verstärkt. Man könnte davon sprechen, dass die Künstler:innen durch wildwüchsige wechselseitige Aneignung an einer gemeinsamen Bildsprache stricken.
Der Tatsache, dass dieser Dialog auch zwischen den Generationen stattfindet, tragen wir dadurch Rechnung, dass wir den deutschen Nachkriegskünstler Ernst Weil und den Amerikaner Robert Rauschenberg mit aufgenommen haben. Wie sehr sie Inspiration und Dialog-partner für ihre jüngeren NachfolgerInnen sind, wird hier sichtbar.
Es sind zufällige Verwandtschaften sowie Wahlverwandtschaften, die wir hier entdecken kön- nen - nicht verwunderlich in diesem Melting Pot der westlichen Kunst.
Es verbinden sich die düsteren abstrakten Elegien von Juan Logan und die kraftvollen dunk- len Kompositionen des Ex-Berliners Adochi Christian Achenbachs abstrakte Bildräume und Fiona Ackermans wohl kalkulierte Gesten.
Es kommen ins Gespräch die exzessiven, wilden Großkollagen des Texaners Howard Sher- man und die ebenso materialintensiven Bilder der viel älteren Künstlerin Natascha Mann.
Die Berliner Künstlerin Claudia Chaseling, die in ihren Installationen und spatial paintings in den Raum ausgreift, und die Kanadierin Fiona Ackerman, die in ihren figurativen wie abstrakten Kompositionen imaginäre Bildräume schafft, sind beide Meisterinnen der Wandmalerei im öffentlichen Raum ähnlich wie auch Jonni Cheatwood und Gregor Hiltner.
Zwischen dem jüngsten der amerikanischen Künstler, Jonni Cheatwood, und dem ältesten der deutschen Ernst Weil, offenbart sich eine überraschende Verbindung, die Kompositionen beider Künstler speisen sich aus dem Spannungsfeld zwischen klassisch und modern.
Ein Hauch von Nostalgie weht uns auch in den wohl komponierten Collagen des New Yorkers Robert Szot und in den informellen abstrakten Landschaften Virginia Glasmachers an.
Die das Format sprengenden, selbstreferentiellen Abstraktionen des Amerikaners Taylor A. Whites sind aus ähnlichem Holz geschnitzt wie die in Form und Bildsprache eigensinnigen Kompositionen des Berliner Künstlers Gregor Hiltner.
Der große Meister im Hintergrund, Robert Rauschenberg, der selbst ohne den deutschen Kurt Schwitters nicht denkbar wäre, steht mit einem großen Siebdruck im Raum und lässt weitere Verwandtschaften sichtbar werden.
















