Werkzeug spitzen, schleifen. Die Klinge wechseln. Positionswechsel. Meine Position wechseln. Fädeln, aneinanderreihen. Nicht neu; verwandelt. Auspendeln, umgruppieren.
(Gegen das) Einordnenwollen. Rotieren zum Orientieren in der Erklärungslücke.
Ein Versatzstück ist beweglich und kann übertragen werden, also aus einem bestehenden in einen neuen Kontext integriert werden.
Beweglichkeit, Wiederverwendung, Korrektur.
Hohlräume mit anderem Material ausfüllen, um eine stabile Unterlage zu schaffen.
Oxford Languages sagt:
„Das Lemma ist in der Lexikographie und Linguistik die Grundform eines Wortes, also diejenige Wortform, unter der man einen Begriff in einem Nachschlagewerk findet.“ Ebenso: „Hilfssatz. Eine im Allgemeinen kleinere, bewiesene Aussage, die zum Beweis einer größeren Aussage verwendet wird.“
Meine To-Do-Liste schreibe ich jeden Tag neu, eigentlich kopiere ich sie. Wenige Punkte haben sich erledigt, neue kommen dazu, und aus den bestehenden ergeben sich Unterpunkte. Feine Komplexitäten verästeln sich.
Nicht umschichten – aussortieren ist unerlässlich, praktisch ununterbrochen. Sonst kann ich das Angehäufte nicht als Sammlung überblicken. Von Archiv kann gar keine Rede sein.
Ein loser Schnipsel fasst einen losen Gedanken zwar stofflich, macht aber das Vorhaben nicht weniger flüchtig. Lässt dessen Sortierung immerhin vertagen und die Nichtverarbeitung entschuldigen.
Bis sich ein Flickwerk knotet, stapeln sich linker Hand schon die nächsten Debütierenden. Rechter Hand auch, aber ich schaue nicht in alle Richtungen gleichzeitig. Ich kann die flache Hand vor die Schläfe halten, mich abschirmen und zur anderen Seite drehen. Zumindest das Ausmaß der wachsenden Stapel ist dann nicht im Blickfeld.
Was sich außerhalb unseres Gesichtsfeldes befindet, hat weniger Aufmerksamkeit.
Wobei ich es – zwischen Geräusch und Gefühl – wahrnehmen kann. Eine Gestalt im Rücken kann ich spüren. Auch ohne Augen im Hinterkopf.
Identische Screenshots und Dateien stapeln sich. Ja, auch an mehreren Orten, in mehreren Schachteln und digitalen Ordnern. Und ja, auch gleichzeitig. Oft sogar gleich benannt, ebenso oft unterschiedlich. So habe ich Gewissheit und kann sie auf verschiedenen Routen wieder antreffen.
Den Papierkorb leeren, wie digitales Lüften. Durch Luftaustausch kann ich Platz schaffen. Doch auch hier ist es nur eine Festlegung auf einen Ausschnitt. Luftaustausch sagt es bereits: Austausch, nicht Auflösung. Erst die zusammengeknüllte Datei ist wirklich aufgelöst.
Ein Zuviel an Optionen und Material in Hirn und Bauch kann ich nicht vermerkbar ziehen lassen. Ich kann das üben, zelebrieren: das Fenster öffnen und hinauspusten. Aber dass etwas hinausgezogen ist, kann ich mir nur selbst zusprechen, achtsam anerkennen.
Alles flach in der Online Collection. Erfreulich und zugleich multipliziertes Input, wenn Abbildungen aus mehreren Ansichten zur Verfügung gestellt werden.
Große Sammlung – kleines Kabinett; Funktionsraum und Präsentation zugleich.
Beim Klicken und Stöbern fällt mir auf, wie viel Arbeit sich die Leute schon gemacht haben. Und trotzdem sind die Eintragungen wie schablonierte Einordnungen. Überkompensation, um der Überstimulation beizukommen.
Was ich kenne, kann ich pflegen; ich kann es schützen und bewahren, es mir nah halten wollen. Die Vertrautheit lässt es kostbar werden. Unveränderlichkeiten werden zu erholsame Inseln; Variationen versprechen ein Überwinden der Brandung.
„Wenn es wichtig war, fällt es dir wieder ein.“
HelloBetter sagt:
Trost: Um bei der Sorge, etwas Wichtiges vergessen zu haben, zu beruhigen.
Kognitive Entlastung: Das Arbeitsgedächtnis entlasten, indem die Annahme vermittelt, dass das Gehirn die Information bei Bedarf wiederfinden wird.
Anwendungsbereich: Eignet sich gut in Situationen, in denen man sich überfordert fühlt und nicht alles auf einmal behalten kann, zum Beispiel bei Stress oder Informationsflut.
Methode: Aufschreiben von Gedanken, entlastet das Gehirn und kann das Finden von wichtigen Informationen erleichtern.
Das sind keine Skizzen oder Studien. Das sind Bekanntschaften.
Alles zwischen verselbstständigten Entscheidungen und müdem Zweifeln.
Gerade eben ist es ein Zaubergarten. Rankwerk, nicht Ablage. Sie finden sich, ergänzen sich zu Tatendrang. Betriebsamkeit (auch hektische) und Eifer lassen glänzende Perlen sprudeln.
What might first appear as –– will, in fact, turn out to be something else entirely.
Was sind schon gültige Formulierungen, wenn doch alles variabel ist. Und mehr noch, modifizierbar.
Sensible Objekte. Kann sein, kann werden. Alles ziemlich konstruiert. Was hält mich zusammen, was hält mich davon ab, zu resignieren.
(Text von Maja Behrmann)
















