Die visuelle Erfahrung eines farbigen, lichtdurchfluteten und scheinbar schwerelosen Lichtraumes erleben wir manchmal beim Blick in den Himmel – sofern er nicht gerade grau und wolkenverhangen ist. Immer wieder versetzt uns diese Erfahrung unmittelbar in Erstaunen, eröffnet uns einen kurzen Moment der Kontemplation, lädt zum Innehalten ein. Mit dieser scheinbar schwerelosen, immateriellen Farbigkeit setzt sich die Malerei von Sybille Pattscheck auseinander. Sie nimmt uns mit, Licht, Raum und Farbe als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen.
Dazu verwendet sie transluzentes Bienenwachs, das mit Ölfarbe oder Pigmenten eingefärbt und mit breitem Pinsel auf unterschiedliche Trägermaterialien aufgetragen ist. Diese alte Maltechnik der Enkaustik ist seit der Antike bekannt und ermöglicht es den Farbpartikeln im Wachs schwebend ihre Leuchtkraft je nach Lichtsituation zu entfalten.
In den „Metachrome“ betitelten Arbeiten, erzeugen horizontale und vertikale Malschichten den Eindruck eines dichten, transluzenten Farbgewebes, wobei Farbtöne aus der Tiefe hervorleuchten und der Malprozess nachvollziehbar bleibt. Die Materialität des Wachses, der Pinselstrich und die Textur des Farbauftrags sind sichtbar.
In der Werkgruppe der „Farblichtungen“ wird das Zusammenspiel von Farbe, Licht und Raum weiter erkundet und intensiviert. Die Malerei findet nicht auf Holz, wie bei den „Metachromes“ statt, sondern auf einem durchsichtigen Körper aus Acrylglas, der das Seherlebnis eines lichtdurchströmten Raumes ermöglicht. Der Pinselstrich und die Materialität des Wachses sind auf der matten Oberfläche der monochromen Bildfläche kaum noch sichtbar.
Der kontrastierend zur Bildfläche bemalte Farbton der Bildkanten strömt in die monochrome Bildfläche hinein und beeinflusst ihre Farberscheinung. Jetzt entsteht ein diffus leuchtender Farbraum, der nichts darstellt als sich selbst, gleichwohl aber zur Projektionsfläche zahlreicher Assoziationen werden kann. Manchmal erinnert er an die Farben des Himmels.
















