Luc Delahaye, geboren 1962, renommierter Kriegsfotograf in den 1990er-Jahren und ehemaliges Mitglied der Agentur Magnum, gehört zu einer Generation von Fotografen, die die Schnittstelle zwischen dokumentarischer und künstlerischer Praxis neu definiert haben.
Seine meist grossformatigen Farbfotografien dokumentieren die Unruhen der heutigen Welt. Vom Irakkrieg bis zum Krieg in der Ukraine, von Haiti bis Libyen, von den OPEC-Konferenzen bis zu den UN-Klimakonferenzen beschäftigt sich Delahaye mit dem Lärm der Welt und mit den Instanzen, die diesen eigentlich regulieren sollten.
Mal in einer einzigen Aufnahme entstanden, mal in monatelanger Arbeit am Computer anhand von Bildfragmenten zu wahren Kompositionen zusammengefügt – die Fotografien von Luc Delahaye sind immer eine Begegnung mit der Realität, ob unmittelbar oder verzögert. Eine Realität, die er mit dokumentarischer Zurückhaltung und ohne jegliche Wertung darzustellen versucht: „Ich versuche, mich durch eine Art Abwesenheit, durch eine Art Unbewusstheit, mit der Welt zu verbinden und in Einklang mit ihr zu sein. In stillem Einklang. Der Akt des Fotografierens ist etwas ziemlich Schönes: Er ermöglicht diese Wiedervereinigung des Selbst mit der Welt.“
Diese Retrospektive, die 25 Jahre seines künstlerischen Schaffens umfasst, zeigt rund 40 grossformatige Werke, darunter einige bisher unveröffentlichte und eigens für die Ausstellung geschaffene Arbeiten, sowie eine grosse Installation in einem für den Künstler neuen Format. Die Ausstellung, die bereits im Jeu de Paume in Paris zu sehen war, wird demnächst im Photo Elysée erstmals in der Schweiz präsentiert.
















