Sie war Reisende, Fotografin und Schriftstellerin: Ella Maillart (1903–1997) unternahm im Laufe des 20. Jahrhunderts zahlreiche Reisen durch ganz Asien. Im Jahr 2025 wurde ihr Gesamtwerk von der UNESCO als Werk von universellem Wert anerkannt und in das Register des Weltdokumentenerbes, Memory of the world aufgenommen. Photo Elysée, das seit 1988 ihren aus mehreren Tausend Bildern bestehenden fotografischen Nachlass verwahrt, würdigt sie mit einer Ausstellung.

Auf den Spuren der vier grossen Asienreisen, die Ella Maillart in den 1930er-Jahren unternahm, beleuchtet die Ausstellung den Dialog zwischen ihren Fotografien und ihren schriftlichen Werken und zeigt, wie ihr Schaffen eine entscheidende Epoche der Weltgeschichte dokumentiert.

Zwischen 1930 und 1939 erforschte Ella Maillart mit ausgeprägter Neugier und dem Wunsch, andere Lebensweisen zu verstehen, Zentralasien und den Fernen Osten. Sie bereiste die Sowjetunion, China, Afghanistan und den Iran und erlebte die Sowjetisierung Zentralasiens, den Wandel Chinas nach dem Sturz des Kaiserreichs und die Errichtung von Mandschukuo – einem von Japan kontrollierten Staat in der Mandschurei. Ihre Reiseerlebnisse dokumentierte sie in schriftlichen Aufzeichnungen und mit Hunderten von Fotografien, die sie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz mit präzisen Anmerkungen versah.

Der hier vorgestellte Korpus offenbart die historischen Ereignisse, die sie miterlebte, und die Begegnungen, die ihren Blick prägten. Ihre Bilder werden begleitet von ihren schriftlichen Aufzeichnungen, die die politischen und sozialen Herausforderungen der damaligen Zeit beleuchten. Zusammen geben sie ein einzigartiges Zeugnis über einen Wendepunkt in der Geschichte Asiens und der Welt.