Daidalon bezieht sich auf den griechischen Mythos des Erfinders und Künstlers Daedalos, Vater des Ikarus und dessen tragische Entscheidung mit den künstlichen Flügeln seines Vaters zu fliegen. Er kam der Sonne zu nahe und seine mit Wachs geklebten Flügeln versagten und er stürzte zu Tode.
(Rudolf Polanszky)
Seit Mitte der 1970er-Jahre entwickelt Rudolf Polanszky ein vielschichtiges und medienübergreifendes Werk, das konzeptuelle Film-, Video- und Fotoarbeiten ebenso umfasst wie Zeichnungen, Malerei sowie skulpturale Objekte und Assemblagen. Charakteristisch ist dabei die gezielte und zugleich methodische Einbindung des Zufalls.
Zu den zentralen Materialien seines Werkes zählen unter anderem Plexiglas, Metall, Spiegelfolie, Kunstharz, Draht und Schaumstoff. Diese werden im Prozess der künstlerischen Bearbeitung systematisch ihrer ursprünglichen Funktionalität und Zweckgebundenheit enthoben und in neue Zusammenhänge gebracht. Polanszkys Arbeitsweise basiert auf einem nicht-linearen, prozessualen Verfahren, das er selbst als „Ad-hoc-Synthese“ bezeichnet: ein Verfahren des spontanen, zugleich aber strukturellen Zusammenfügens heterogener Materialien und vorgefundener Formen.
Durch Überlagerung, Schichtung, Überschneidung, Verschachtelung und Faltung entstehen komplexe Strukturen, die sich einer eindeutigen formalen oder semantischen Bedeutung entziehen und stattdessen im Spannungsfeld von Materialität, Zufall und bewusster Setzung lesbar werden. Die Ausstellung vereint Skulpturen, Assemblagen und Malereien der letzten Jahre sowie Videoarbeiten, deren Entstehung bis in die 1970er-Jahre zurückreicht.
















