Mit Pietre di pane stellt das Museum erneut sein Augenmerk auf Gebirgsregionen in den Vordergrund, die vom Bergbau gezeichnet sind und sich dem Problem einer stetig wachsenden Entvölkerung stellen müssen. Diese Ausrichtung sieht sich unter anderem auf einer Linie mit dem Ansatz des Anthropologen Vito Teti. Der von ihm geprägte Begriff der „Restanza“ [Neologismus aus den italienischen Wörtern für „Bleiben“ und „Beständigkeit“] steht keineswegs für Unbeweglichkeit, sondern für die bewusste Entscheidung, Orte zu bewohnen, die durch traumatische Ereignisse und Marginalisierung charakterisiert sind. Darin steckt zum einen die Aufforderung, Probleme anzugehen, und zum anderen die Ablehnung einer Flucht hin zu scheinbar besseren Lösungen.
Die Ausstellung verknüpft Werke aus den Sammlungen des Mart mit ortsspezifischen Initiativen, Kunst im öffentlichen Raum sowie Outreach-Aktivitäten und besteht aus einer Reihe von „Dörfern“, in denen fragmentarische Erinnerungen, schweigende Bauten und unterschiedliche Intensitätsfelder im Dialog miteinander stehen. Leere Räume mit Überresten und lediglich scheinbarer Abwesenheit; Reibungen, die durch unvollständige Erinnerungen, Konflikte und ungelöste Gegebenheiten entstehen; eine von Migration und Diskontinuität geprägte Bewegung; die Reaktivierung über performative Aktivitäten, die verbliebene Spuren mit den Besuchern in Verbindung setzen.
Durch die Beschäftigung mit diesen Grenzbereichen wirft die Ausstellung eine Reihe von Fragen auf. Auch das scheinbar Unbewegliche, wie ein Stein oder ein verlassener Ort, kann etwas Organisches enthalten, das wachsen und aufgehen kann. Welche Art von Brot tragen die einzelnen Steine in sich?
















