Zum Gallery Weekend Berlin 2026 freut sich 68projects by Kornfeld, die neue Einzelausstellung Manntje, Manntje, Timpe Te des Künstlers Philip Grözinger zu präsentieren. Die Eröffnung findet am Samstag, den 26. April 2026, statt. Der Künstler wird anwesend sein.

Der Titel, entlehnt aus dem Grimm’schen Märchen Von dem fischer und seiner frau, dient als Beschwörungsformel für eine Ausstellung, die den schmalen Grat zwischen Wunsch und Wahn erkundet. Philip Grözinger verwandelt die Galerieräume in eine immersive Gesamtinstallation, die seine Malerei um eine entscheidende Dimension erweitert. Gezielt platzierte skulpturale Elemente – darunter kleine Bronzen, Keramiken, Blumen, aber auch Alltagsgegenstände wie Mikrowellen und Radios – treten aus der Leinwand heraus und machen die Bildwelten für den Besucher physisch erfahrbar.

In dieser dreidimensionalen Inszenierung entführt Grözinger die Besucher in eine Welt prekärer Balanceakte. Seine Figuren, oft auf einem Drahtseil balancierend, werden zum Sinnbild einer Gesellschaft, die, getrieben von Konsum und ständiger Selbstdarstellung, die Balance zu verlieren droht. Das Fischen nach dem „großen Fang“, der alle Träume erfüllen soll, wird zur Metapher für ein gefährliches Spiel.

Doch selbst in den düstersten Szenerien, die an das unruhige Meer des Märchens erinnern, blitzt Hoffnung auf. Eine einzelne Blüte am Abgrund oder ein zarter Regenbogen am Horizont durchbrechen die Melancholie. Grözingers Werke sind somit keine endgültigen Urteile, sondern vielmehr eine eindringliche Frage: Was bleibt, wenn die Blase der unendlichen Möglichkeiten platzt – und wo in den Trümmern ein Neuanfang keimen kann?

Philip Grözingers „virtueller Surrealismus“ verbindet surreale Visionen mit einer prägnanten figurativen Bildsprache. Seine Technik, die zwischen pastosem Farbauftrag, fein modulierten Flächen, greller Schärfe und zarten Pastelltönen wechselt, verleiht seinen erzählerischen Arbeiten eine besondere Spannung, die sich nun auch im Raum entfaltet.