Ohne groß nachzudenken habe ich die Einladung angenommen, einen kurzen Text über Peter Drehers Ausstellung bei Meyer Riegger zu schreiben. Und nun muss ich mir wohl ein paar Gedanken dazu machen.

Ich bin ein Fan von Drehers Gemälden leerer Gläser. Diese scheinen einem ähnlichen System wie die Malereien aus On Kawaras Serie Date paintings (1966–2013) zu folgen, die lediglich das Datum ihrer Entstehung als Motiv haben.

Kawaras Bilder zeichnen sich durch eine konzeptionelle Schönheit aus – während sich die Welt drehte, blieben sie weitgehend unverändert. Ich denke, mit Drehers Gläsern verhält es sich ähnlich, obwohl sie alle sehr unterschiedlich sind. Das leere Glas spiegelt die Situation oder den Kontext wider, in dem es gemalt wurde (drinnen, draußen, bei Tageslicht oder Kunstlicht usw.). Es enthält nichts als Möglichkeiten. Da Dreher so viele leere Gläser gemalt hat, kann ich nur vermuten, dass die Arbeiten mit der Zeit technisch immer besser geworden sind. Übung macht den Meister. Ich frage mich, ob es Präferenzen für frühe oder späte Arbeiten gibt. Ich dachte, sie müssen nach Fotos gemalt worden sein, denn ich wüsste nicht, wie ich sie sonst malen sollte. Aber offenbar sind sie alle nach der Natur gemalt…

Er malte auch andere Gegenstände… Türschlüssel scheinen ebenfalls Teil eines fortlaufenden Projekts gewesen zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob diese einer ähnlichen konzeptionellen Logik folgten. Aber es muss praktisch sein, sein Motiv immer bei sich zu tragen.

Mir gefällt die Idee einer Konstante. Zu wissen, was man malen wird… Die Regeln sind festgelegt, sodass das Werk sich wie von selbst zu erschaffen scheint.

Das erinnert mich an ein Zitat von Andy Warhol: „Ich mag langweilige Dinge. Ich mag es, wenn sich Dinge immer wiederholen.“

Ich möchte auch Michael Craig-Martins An oak tree (1973) und Ceal Floyers Half full and half empty (1999) erwähnen. Was sie von den anderen unterscheidet, ist Wasser.

Auch Louis Lawlers No drones (2013) sind leer…

Das leere Glas symbolisiert auf gewisse Weise den Anfang und das Ende von etwas. Peter Drehers Serie Tag um Tag guter Tag ist kein echtes Glas, sondern eine sehr gute, fast fotorealistische Darstellung eines Glases (siehe Magritte). Äußere Kräfte drängen sich in das Bild und werden auf die Betrachter:innen zurückgeworfen. Die Wölbung des Glases verhindert, dass man den Künstler beim Malen beobachten kann. Er ist da, aber doch nicht da.

Es war der Wunsch der Galerie, dass ich auch andere Exponate dieser Ausstellung erwähne.

Wie der Name schon andeutet, habe ich mich wohl im Kreis bewegt.

(Text von Jonathan Monk. Freitag, 13. Februar 2026)