Nils Olav Bøes neueste Arbeiten setzen seine langjährige Auseinandersetzung mit dem fotografischen Bild und seinen sichtbaren wie verborgenen Bedeutungen fort. Die gezeigten Fotografien und Filme untersuchen das Verhältnis von Zeit und Motiv, sowie Realismus und Vorstellung.
Es liegt ein Nebel über den geheimnisvollen schwarz/weiß Fotografien und Filmsequenzen. Sie üben eine Faszination aus, der wir uns nicht entziehen können. Wo gibt es die Welten? Was sehen wir? Es kommt alles wirklich und unwirklich vor. Wir sehen zwischen Berghängen einen sich in einen See ergießenden Gletscher, den Mond inmitten einer von ihm erleuchteten Wolke, eine mit einer niedrigen Mauer umgrenzten Fläche, vielleicht eine antike Stätte. Unscharf und pixelig sehen wir kurze Filme mit ähnlichen Motiven, einen einsamen Eisberg im Wasser, Mauern und Steine im Niemandsland.
Nils Olav Bøes Rätsel entstehen völlig spielerisch. Er baut in seinem Studio kleine Modelle aus Pappe und Plastilin und weiterem denkbar einfachem Material, auch den Pinsel benutzte er und malt auf Pappe zarte Wolkenformationen am fernen Himmel. Die im Kleinen entstanden Welten dienen als Motiv für die Fotos.
Der Künstler selbst sagt, er wolle Bilder für innere Seelenzustände finden. Die Erklärung scheint am ehesten zu passen und lässt noch ein zweites Mal hinschauen. Vielleicht sehen Seelenzustände so aus, vielleicht liegt darin die Faszination der Arbeiten. Es wird etwas in uns angesprochen, was jenseits des Greifbaren liegt. Bøes visuelle Orchestrierung von Bild, Film und Ton eröffnet die Möglichkeit innere Räume und Zustände zu sehen – auch in uns selbst.
















