Mit The killer verwandelt Holger Schmidhuber den Ausstellungsraum in ein energetisches Spannungsfeld zwischen nüchtern-deterministischer KI-Systematik und gestisch-expressiver Materialität. Die neutralen White-Cube-Wände überzieht er dafür mit der 3 x 24 Meter großen Arbeit The killer on the wall, einer digital generierten „Tapete“. Mit einem flirrenden Pattern aus 49.104 Permutationen eines grafischen Zeichens definiert The killer on the wall einen übergeordneten Bildraum, in dem Schmidhuber ausgewählte Arbeiten aus den Zyklen Black and white inversions und Interghosts inszeniert.
Diese Malereien mit ihrer teils schemenhaft konkreten, teils sich amorph auflösenden Visualität, ihren informell aufgetragenen, irrisierenden Schleiern und Schichten aus Pigmenten und Lacken und ihrer lebendigen Haptik stehen in einem eigenwilligen Kontrast zur maschinell-repetitiven Musterhaftigkeit der Wallpaper. Die malerische Materialität rückt dabei in den Vordergrund, während sich dahinter in kühler KI-Logik die scheinbar unendlichen Mutationen wie ein Supervirus auf der Wandfläche ausbreiten – wie ein Sog: unaufhaltsam, streng systematisch, aber sich der Kontrolle des Blicks entziehend.
Mensch vs. Maschine, digitale Logik vs. menschliche Intuition und Expression. Doch ist dieser Clash of Aesthetics – anders als der Ausstellungstitel vermuten lässt – kein Kampf bis aufs Blut. Vielmehr entfaltet sich in diesem Wechselspiel der visuellen Kräfte eine ganz eigentümliche, spannungsvolle Schönheit.
















