Janiva Ellis’ (geb. 1987) erste institutionelle Einzelausstellung in Europa eröffnet mit einem Dialog aus elf Gemälden, die eigens für diesen Anlass entstanden sind. Die Arbeiten verbinden figurative Bildsprache mit Abstraktion und bewegen sich zwischen Widersprüchen und Vielschichtigkeiten.
Drei Fäden durchziehen die Ausstellung: das Religiöse, die Landschaft und das Erotische. Jedes dieser Bildthemen ist eng mit der Geschichte der Malerei verknüpft und wurde im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder neu gedeutet. Ellis arbeitet sich durch die existenziellen Fragen, die die europäische Kunstgeschichte als allgemeingültig und unvermeidlich weitergereicht hat: keine blossen Themen, sondern ererbte, kanonische Bedeutungsstrukturen – und das, was diese Muster verbergen oder ausblenden. Sprache durchzieht die Arbeit auf ähnliche Weise. Sie kann Bedeutung zusammenhalten, aber auch aufbrechen und verschieben, und macht so sichtbar, was im Akt des Benennens immer schon ausgelassen wird.
Was in jedem Gemälde an die Oberfläche tritt, mag auf den ersten Blick wie die letzte Schicht wirken, tatsächlich ist es der jüngste Zustand von etwas, das immer wieder überarbeitet wurde. Darunter liegen frühere Entscheidungen, Gesten, die revidiert oder übermalt wurden. Ellis’ Arbeitsprozess sammelt sich in Schichten an und zieht Motive aus digitalen Bildern, Archiven und beiläufigen Begegnungen heran. Ihre Gemälde bewegen sich gleichzeitig in verschiedenen Kategorien: technisch und cartoonhaft, monumental und schräg, wobei das Komische und das Katastrophale nah beieinanderbleiben, ohne sich gegenseitig zu erklären.
Der Ausstellungstitel Geneva begleitet Ellis seit einiger Zeit. Im Englischen ähnelt er dem Vornamen der Künstlerin, Janiva, phonetisch so sehr, dass es wiederholt zu Verwechslungen kommt. Wie in den Gemälden selbst beginnt das Erkennen hier mit dem Vertrauten, bevor es sich allmählich auflöst. Dass dieser Moment nun in der Kunsthalle Basel seinen Ort findet, hat eine besondere Kraft.
















