Die in der Schweiz einzigartige Ausstellung zeichnet Takahatas Laufbahn nach – von Heidi (1974) über Die letzten glühwürmchen (1988) bis hin zu Die legende der prinzessin Kaguya (2013) – durch seine Notizbücher und Storyboards, Originalzeichnungen, Cels, Film- und Videoauszüge sowie audiovisuelle Dokumente. Ausstellung

Die in der Schweiz einzig­ar­tige Ausstel­lung zeich­net Taka­ha­tas Lauf­bahn nach – von Heidi (1974) über Die letz­ten glüh­würm­chen (1988) bis hin zu Die legende der prin­zes­sin Kaguya (2013) – anhand seiner Notiz­bü­cher und Story­boards, Origi­na­l­zeich­nun­gen, Cels, Film- und Video­aus­züge sowie audio­vi­su­el­ler Doku­mente.

Sie hebt zudem einen völlig neuen Aspekt hervor: die beson­de­ren Bezie­hun­gen, die Taka­hata sein Leben lang zum Westen pflegte – von seiner intel­lek­tu­el­len Ausbil­dung bis zu seiner Rolle als kultu­relle Brücke – sowie die Genau­ig­keit seiner Darstel­lun­gen der euro­pä­i­schen Welt in bedeu­ten­den Werken wie Heidi (1974).

Der bislang unver­öf­fent­lichte Ausstel­lungs­be­reich im mudac widmet sich dem entschei­den­den Verhält­nis von Isao Taka­hata zum Westen, insbe­son­dere zum fran­ko­pho­nen Kultur­raum. Er zeich­net seine Entde­ckung des poeti­schen Realis­mus von Prévert nach, der zu einer Quelle seines ästhe­ti­schen wie auch poli­ti­schen Enga­ge­ments wurde. Zudem werden seine vertief­ten Forschun­gen zu La bergère et le ramo­neur (1953) vorge­stellt, anhand von Origi­nal­do­ku­men­ten, die die Entste­hung seiner Beru­fung zum Anima­ti­ons­fil­mer beleuch­ten. Die Ausstel­lung thema­ti­siert ausser­dem die neuar­tige Heraus­for­de­rung, klas­si­sche west­li­che Erzäh­lun­gen für den Anima­ti­ons­film zu adap­tie­ren – Heidi (1974), Marco (1976), Anne mit den roten Haaren (1979) – und dabei ethno­gra­fi­sche Genau­ig­keit mit einem doku­men­ta­ri­schen Anspruch zu verbin­den.

Schliess­lich hebt sie Taka­ha­tas Austausch mit west­li­chen Künst­lern wie Grimault, Ocelot, Back oder Norstein hervor, ebenso wie seinen Einfluss auf das welt­weite Anima­ti­ons­kino und seine bedeu­tende Rolle bei der Aner­ken­nung dieses Genres als eigen­stän­dige Kunst­form. Dieser Ausstel­lungs­pa­r­cours verdeut­licht die Bedeu­tung nach­hal­ti­ger kultu­rel­ler Austausch­pro­zesse und zeigt Taka­hata als eine zentrale Figur des Dialogs zwischen Kultu­ren – und als Inspi­ra­ti­ons­quelle über Gren­zen hinweg.