Galeria Plan B freut sich, die zweite Einzelausstellung von Mihai Olos in der Galerie zu präsentieren, die mit Zeichnungen, Gemälden, Skulpturen und Fotografien einen Einblick in sein vielfältiges Werk bietet.

Zu einigen seiner Ausstellungseröffnungen lud Mihai Olos die Gäste ein, ihre Finger zu einer knotenartigen Struktur zu verbinden und eine Menschenkette durch den Galerieraum zu bilden. Es ist eine Geste, die er auch spontan mit Freunden in deren Ateliers vollzog und auch mit Joseph Beuys auf der documenta 6 im Jahr 1977, als Olos seine Vision des Knotens erläuterte und dieses symbolische Element auf einer Tafel zeichnete. Später integrierte Beuys diese Zeichnung in seine Installation Das kapital raum.

Der Knoten erscheint in verschiedenen Farben, Formen und Texturen – von der geometrischen Präzision der Gemälde der 1970er Jahre bis hin zu den lockereren Modulen in den großformatigen Leinwänden der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Er taucht auch in Skizzen auf, die sein Potenzial auf eine methodische, beinahe technologische Weise erkunden, in Aquarellen, die traumhafte figurative Elemente miteinander verschmelzen, in kleinen erotischen Gemälden ineinander verschlungener Körper sowie in Holzskulpturen, Keramiken und kleinen Objekten. Das Motiv findet sich ebenso in Land Art, digitalen Skizzen und performativen Projekten.

Mit Wurzeln in den archaischen Strukturen der Spindeln, die zum Drehen von Fasern verwendet wurden, und in den leim- und nagellosen Verbindungen der Holzbauten seiner Heimatregion Maramureș überbrückt der Knoten Kunst und Wissenschaft für Olos auf eine persönliche Weise. Er resoniert mit den Ideen der Wissensmodularität, die der Quantenphysiker Philip Morrison vorgeschlagen hat, und verweist zugleich auf die moderne Architektur Japans und die geodätischen Kuppeln von Buckminster Fuller. Für Olos lag das soziale Potenzial des Moduls im Kern seiner Vision, am besten ausgedrückt im Konzept von Olospolis oder Die universalstadt – ein utopisches Projekt modularer Gemeinschaften, in denen die Mitglieder miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig in einer harmonischen Lebensweise unterstützen.

Seine Idee des Knotens übersteigt den visuellen Bereich und reicht in jenen der Sprache hinein. Im Rumänischen bezeichnet das Wort rost unter anderem einen Knoten und verweist sowohl auf den physischen Schnittpunkt von Elementen, wie etwa eine Fuge oder Verbindung, als auch auf den abstrakten Sinn von Bedeutung, während das erweiterte Wort rostire Äußerung oder Aussprache bedeutet. Tatsächlich war Olos ein begnadeter Redner und Schriftsteller, und seine Texte offenbaren sowohl einen verfeinerten Umgang mit der rumänischen Sprache als auch eine poetische Qualität. Diese sprachliche Ebene unterstreicht seine einzigartige Vision, in der der Knoten oder das Modul den Kern eines vielfältigen Werks bildet, das von lebenslanger Experimentierfreude geprägt ist.

In seinem Überschwang gelang es Olos, der Strenge der Form zu entgehen, die eine so klare Gestalt vorschreiben könnte, und sich ihr stattdessen auf spielerische Weise zu nähern – am besten veranschaulicht durch seine Experimente im Bereich der Zeichnung, der kleinen Objekte und seiner spontanen Einladungen, sich an den Händen zu fassen.