Wo bestehende Normen und Orientierungen ihre Geltung verlieren, da eröffnen sich auch neue Möglichkeiten des Erzählens. Dieser Gedanke steht am Anfang der von Kinnari Saraiya kuratierten Gruppenausstellung She, who dwells in the shadows. Zusammen mit sechs künstlerischen Positionen widmet sich Saraiya darin den Potenzialen des Dunklen und Obskuren.

Im Fokus der Schau stehen Wissensformen, die außerhalb offizieller Archive existieren und durch Praktiken des Erzählens, der Verkörperung und kosmologischer Imagination weitergegeben werden – von unterdrückten kollektiven Erinnerungen, historischen Blindstellen und Mythen zu vergessenen Entwürfen alternativer Welten. Das Dunkle soll dabei nicht erhellt, sondern als ein Erfahrungsraum eigenen Rechts zugänglich gemacht werden. O-Ton Saraiya: „Im Schatten zu verweilen bedeutet, Vielfalt zu akzeptieren, sich eher an Spuren als an Koordinaten zu orientieren, Unklarheit als Voraussetzung für das Erzählen von Geschichten anzuerkennen.”

Im Rahmen einer Kollaboration zwischen dem Kunstraum Niederoesterreich und dem Salzburger Kunstverein absolvierte Kinnari Saraiya im Januar 2026 eine Residency in Salzburg zur Vorbereitung von She, who dwells in the shadows.