Vierzig Jahre nach der letzten großen Ausstellung von Luigi Bonazza widmet das Mart dem aus Trient stammenden Künstler eine große Retrospektive. Der im Klima der Wiener Secession künstlerisch gereifte Bonazza war einer der Protagonisten des fruchtbaren kulturellen Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in einem Trentino, das unterschiedliche, aber eng verbundene Kulturkreise verband.

Die von Alessandra Tiddia kuratierte und von Ruffo Wolf gestaltete Retrospektive Luigi Bonazza. Tra secessione e déco / Von der secession zum art déco präsentiert dem Publikum 300 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Radierungen, Objekte und Archivdokumente.

Zehn chronologisch und thematisch gegliederte Abteilungen (Un trentino a Vienna ai tempi della Secessione; Da Trento a Vienna e ritorno; Il nudo tra incisione e decorazione; I disegni; Orfei moderni: Bonazza e D’Annunzio; Il mito dell’eroe: aviatori e martiri trentini; L’arte pubblica tra sacro e profano; I ritratti; I paesaggi; Artisti “trentini/viennesi”) schildern den künstlerischen und menschlichen Werdegang Bonazzas und würdigen gleichzeitig einige der bedeutendsten Kulturgüter des Trentino, die zum Teil von der Provinz Trento verwahrt werden, durch das Mart und das Denkmalamt, und sich zum Teil in öffentlichen oder privaten Gebäuden, Kirchen und Sammlungen befinden.

Darüber hinaus sind zahlreiche Werke aus Wien – insbesondere aus dem Belvedere, der Klimt-Foundation und dem MAK/Museum für angewandte Kunst – zu sehen.

Neben Bonazzas Meisterwerk La leggenda di Orfeo (Der Orpheus-mythos) versammelt die Ausstellung 206 Werke des Künstlers und trägt so nicht nur dazu bei, dem großen Publikum einige der talentiertesten Künstler des Trentino nahe zu bringen, sondern unterstützt auch die Studien von Kunsthistorikern, Liebhabern und Kennern von Bonazzas Arbeit.

Das Werk Bonazzas sowie das seiner Lehrmeister, seiner Zeitgenossen und seiner Erben nimmt einen Dialog mit den Beständen des Mart in Rovereto auf und beleuchtet und vertieft auf diese Weise ihre Bedeutung. Den Anfang bildet Bonazzas in Wien entstandenes Jugendwerk, es folgen Arbeiten mit unterschiedlichen Techniken und Formaten, Verweisen auf die Epik und Heldensagen, die Beziehung zu Gabriele d’Annunzio, die Porträts von Cesare Battisti und der andern Irredentisten und die Landschaften seiner letzten Schaffensphase, mit den Bergen und den Seen des Tentino.

Zwölf der ausgestellten Werke stammen aus der Villa Bonazza: die Gemälde Notturno, La nascita del giorno, Acqua zampillante, Sirene, Deposizione, Aurora, einige Studien und Landschaften sowie Radierungen, die Dante Alighieri und Gabriele d’Annunzio darstellen. Dank des Entgegenkommens der Besitzer konnten die Fondazione Bruno Kessler und das Mart anlässlich der Ausstellung eine 3D-Street View schaffen, mit der die Besucher und Besucherinnen die Villa über einen Touchscreen virtuell besuchen können.

Die Ausstellung begleitet ein einzigartiger, bei Moebius herausgegebener Katalog mit Abbildungen der Werke und Beiträgen von Alessandra Tiddia, Markus Fellinger, Francesco Parisi, Valerio Terraroli, Maximiliane Buchner, Neva Capra e Luca Gabrielli, Federica Lavagna, Luca Nicolodi, Caterina Tomasi, Mirko Saltori, Alessandro Pasetti Medin, Federico Zanoner, Fabio Campolongo und Roberta Bonazza sowie einer Buographie von Noemi Angeli.