Unter dem Titel Là ci darem la mano… werden Operngestalten aus Mozarts, Verdis, Strauss‘ und Puccinis Meisterwerken auf dem Residenzplatz und im DomQuartier zu neuem Leben erweckt.
Zeitgenössische Kunst in den Prunkräumen – Brückenschlag zum Residenzplatz
Mit Skulpturen von Stephan Balkenhol aus dem Themenkreis der Opernwelt wird zeitgenössische Kunst ins DomQuartier einziehen. Die Werke Stephan Balkenhols im historischen Kontext der Prunkräume funktioniert besonders gut, zumal im Carabinierisaal die erste Oper nördlich der Alpen aufgeführt wurde und Mozart hier seinen Arbeitsplatz hatte. Der Brückenschlag zu Balkenhols Figurenreigen auf dem Residenzplatz ist dabei besonders reizvoll, da der Platz zur Zeit der Fürsterzbischöfe Ort großer künstlerischer Inszenierungen war, in denen auch die breite Öffentlichkeit ihren Platz gefunden hat.
Residenzplatz (bis 2. September)
Auf dem Residenzplatz, auf Traversen stehend, werden sechs farbig gefasste Bronzefiguren das musikalische Geschehen im Festspielhaus in den öffentlichen Raum tragen: Figaro, Elektra, Don Giovanni, Turandot, Othello und Carmen. Der Geist der Oper bekommt durch Balkenhols Skulpturen ein ganz neues Gesicht. Seine lakonische Darstellungsweise verwandelt die Opernheldinnen und -helden in nahbare, alltägliche Figuren, sie werden auf Zeit zu Mitbürgern der Stadt.
Prunkräume der Residenz (bis 5. Oktober)
Parallel zur Installation im öffentlichen Raum werden die gleichen Opernfiguren, aus Holz gefertigt und für die Prunkräume dimensioniert, im DomQuartier präsentiert. Ihre unmittelbare Sinnlichkeit tritt in einen spannenden Dialog mit den historischen Räumen, die als Repräsentationsort der Salzburger Fürsterzbischöfe über Jahrhunderte einem bedeutenden Musikleben den Rahmen gaben.
Gezeigt werden hier auch Lithografien, die den Entwurfszeichnungen nachempfunden sind und den Werkstattprozess nachvollziehbar machen. Kleinformatige Bronzen von Eurydike, Parzival und Hamlet ergänzen den Reigen der Opernfiguren auf dem Residenzplatz. Auch sie entstammen den großen Erzählungen der europäischen Kultur: Eurydike steht für Liebe, Erinnerung und den unwiederbringlichen Verlust. Sie schlägt die Brücke zur ersten Opernaufführung nördlich der Alpen, als der Musikliebhaber Fürsterzbischof Markus Sitticus von Hohenems 1614 L´Orfeo von Monteverdi in der Salzburger Residenz aufführen ließ. Parzival verkörpert den Menschen auf der Suche nach Erkenntnis und innerer Haltung. Hamlet macht den Zweifel zur Voraussetzung verantwortlichen Handelns. So werden die literarischen und mythologischen Gestalten zu zeitlosen Bildern menschlicher Erfahrung.
Stephan Balkenhol
Die große internationale Anerkennung des Werkes von Stephan Balkenhol ist nicht zuletzt auf diese Fähigkeit zurückzuführen, eigentlich unnahbare, ehrfurchtgebietende mythologische oder literarische Gestalten in zugängliche Identifikationsfiguren zu verwandeln. Balkenhol macht Archetypen zu vertrauten Personen. Mit diesem Projekt stärkt Salzburg sein Profil als Stadt, in der sich Musiktheater, Kunst und urbaner Alltag gegenseitig ergänzen und bereichern.
Là ci darem la mano… Ausstellung in Salzburg
Der Titel Là ci darem la mano… – zu Deutsch in etwa „dort werden wir uns die Hände reichen“ – stammt aus dem berühmten Duett aus Wolfgang Amadé Mozarts Oper Don Giovanni (KV 527).
Wörtlich übersetzt bedeuten diese Worte: „Dort werden wir uns die Hand reichen.“
Doch dieses „Dort“ ist weit mehr als eine Ortsangabe. Es eröffnet einen Raum der Möglichkeit – räumlich wie zeitlich. Don Giovanni lockt Zerlina mit der Verheißung eines anderen Lebens, ein schamloser Akt der Verführung ohne gemeinsame Zukunft.
Die eigentliche Spannung des Duetts liegt dabei in Zerlinas Zögern. „Ich möchte, und ich möchte nicht, mir zittert etwas das Herz.“
Zittert das Herz angesichts dessen, was sein könnte oder weil sie ahnt, was Don Giovanni tatsächlich im Schilde führt? Gerade dieser Schwebezustand verleiht der Szene ihre universelle Kraft.
















