Seit 800 Jahren wird Franz von Assisi wie kein anderer Ordensgründer verehrt, bis heute ist seine Popularität über Konfessionsgrenzen hinaus ungebrochen. Dazu trug auch der verstorbene Papst Franziskus bei, der sein Pontifikat programmatisch auf die Ideale des hl. Franz ausgerichtet hatte.

Franz von Assisi bezog durch seine kompromisslose Orientierung an der Lehre Christi eine radikale Gegenposition zu den herrschenden Bedingungen in Kirche und Gesellschaft. Indem er für eine Erneuerung nach dem Wortlaut des Evangeliums eintrat, erhoben ihn spätere kirchliche Reformbewegungen zur Leitfigur. So berief sich die katholische Reform nach dem Konzil von Trient in erster Linie auf das Vorbild des hl. Franziskus und nicht von ungefähr nimmt er gerade im Salzburger Dom so viel Raum ein wie die Muttergottes – mehr als jeder andere Heilige. Jede Zeit fand ihren eigenen Zugang zum Heiligen aus Assisi und deutete sein Erbe immer wieder neu.

Anlässlich des 800. Todestags Franz von Assisis plant das Dommuseum in Kooperation mit dem Verein Franziskanische Forschung in Münster eine Ausstellung, die sein Leben, aber auch sein Nachwirken beleuchten soll. Ausgehend von den wichtigen Stationen und Themen des Franziskus ist zu fragen, wie sein Vermächtnis – wie Gottesbeziehung, Glaubensverkündigung, der Einsatz für Arme und Kranke und für den Frieden sowie die Verbundenheit mit der Schöpfung – über die Jahrhunderte gelebt und interpretiert wurden.

Die Person des Ordensgründers und franziskanisches Leben in seiner Nachfolge sollen anhand von Zeugnissen aus allen Kunstgattungen, durch Schrifttum und Gebrauchsgegenstände vom Mittelalter bis zur Gegenwart nahegebracht werden.