Gespenstische Wesen spuken in digitalen Bildern: Algorithmische Gestalten lauern in fotorealistischen Computerspielen, rätselhafte Wesen nisten in Datensätzen und durch KI-Prompts treten geisterhafte Figuren zutage.

Von der Geisterfotografie zu künstlicher Intelligenz und algorithmischen Bildern

Schattenwesen verlagert den Blick von der Fotografie als Medium des Lichts auf die Schatten. Die Ausstellung spannt den Bogen von der historischen Geisterfotografie zu den algorithmischen Phantomen der Gegenwart und zeigt, wie Bilder Wesen heraufbeschwören, die unser persönliches, soziales und politisches Unterbewusstsein bewohnen. Im Zentrum stehen Geister, okkulte Kreaturen, Glitches und nicht-menschliche Figuren, die in analogen und digitalen Bildwelten auftauchen. Dabei wird sichtbar, dass Bilder nie nur objektive Beweise sind, sondern Räume für Imagination, Ungewissheit und andere Formen des Sehens eröffnen. Die Ausstellung zeigt damit, wie zeitgenössische Bilder die historische Suche nach dem Unsichtbaren fortsetzen, der sich Geisterfotograf_innen des 19. Jahrhunderts verschrieben hatten. Zugleich untersucht sie, wie künstliche Intelligenz, Datensätze und algorithmische Bildsysteme neue Phantome hervorbringen.

Künstlerische positionen

Die Ausstellung versammelt Werke von Cihad Caner, Nina Davies, Tomokichi Fukurai, Sung Chi-Li, William H. Mumler & Helen F. Stuart, Trevor Paglen, Mario Santamaría, Janne Schimmel, Steph Maj Swanson, Shannon Taggart, Agate Tūna und Sheung Yiu sowie Beiträge von Studierenden des Master of Arts in Interaction Design an der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI).

Die Arbeiten beschäftigen sich mit historischer Geisterfotografie, KI-generierten Figuren, Datensätzen, Computerspielen, spiritistischen Praktiken und den kulturellen und politischen Dimensionen digitaler Bildproduktion.

Publikation

Die dreisprachige Publikation zur Ausstellung erscheint auf Englisch, Spanisch und Baskisch im DISTANZ Verlag und ist ab dem 27.06.2026 im Museumsshop erhältlich. Die Publikation enthält Essays der Kurator_innen Rea Grünenfelder und Marco De Mutiis sowie Beiträge von Matteo Bittanti, Deirdre de la Cruz, Dortje Fink, Arianna Forte, Bogna Konior, Sophie Publig und Mikkel Rørbo, Johny Pitts, Shih-Lun Chang, Shannon Taggart, Jon Uriarte, Günseli Yalcinkaya und Sheung Yiu.