Capitain Petzel freut sich, die erste Einzelausstellung von Rodney McMillian mit der Galerie anzukündigen, die im Rahmen des Gallery Weekend Berlin eröffnet wird. Am 29. April findet von 11-15 Uhr eine Pressebesichtigung statt.

Der in Los Angeles lebende Künstler Rodney McMillian (geboren 1969 in Columbia, South Carolina) ist für seine multidisziplinäre Praxis bekannt, die Malerei, Skulptur, Installation, Performance und Texte umfasst. Seine Arbeit setzt sich häufig mit Themen wie Race und sozialer Ungleichheit auseinander und lenkt die Aufmerksamkeit auf übersehene Materialien und marginalisierte Geschichten. McMillian verwendet dabei oft gefundene Objekte wie Decken, Planen und architektonische Fragmente und verwandelt sie in eindringliche Aussagen über Fürsorge, Überleben und politischen Widerstand. Mit seiner Kunst hinterfragt er traditionelle Narrative und lädt die Betrachter:innen dazu ein, über die sozialen Strukturen nachzudenken, die das alltägliche Leben prägen.

Das zentrale Bezugswerk der Ausstellung ist McMillians kürzlich fertiggestellter Film, der auf einem Text der US-amerikanischen Journalistin und Bürgerrechtlerin Ida B. Wells-Barnett basiert. Wells-Barnett machte sich mit ihrer Kampagne gegen Lynchjustiz einen Namen. Die im Film vom Künstler zitierte und performte Rede hielt sie ursprünglich auf der ersten Jahreskonferenz der NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) im Jahr 1909.

In diesem Kontext können auch die umgebenden Werke gelesen werden. McMillian präsentiert eine Gruppe neuer Skulpturen sowie Gemälde aus seiner Serie der Black paintings, die zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen. Ihre intensiv bearbeiteten Oberflächen sind von Falten, Nähten und lebhaften Farben geprägt. McMillian verwendet häufig unkonventionelle Materialien wie Vinyl oder Stoff, die er bemalt und bearbeitet, sodass ihre physische Beschaffenheit sichtbar bleibt. Sie fungieren dabei nicht als bloße Bildträger, sondern erscheinen vielmehr als strukturiert, abgenutzt und materiell präsent. Während diese Arbeiten in einen Dialog mit der Tradition der abstrakten Malerei treten – insbesondere mit Künstlern wie Ad Reinhardt – stellt McMillian die Vorstellung einer „reinen“ Abstraktion infrage. Seine schwarzen Gemälde lassen sich politisch lesen, indem sie auf Schwarze Identität, Sicht- beziehungsweise Unsichtbarkeit und dadurch soziale oder historische Machtstrukturen innerhalb sowohl der US-amerikanischen Gesellschaft als auch der Kunstgeschichte verweisen. Seine Arbeit entfaltet sich wie spekulative Fiktion, indem sie durch Zeitreisen, kosmische Perspektiven und radikale Imagination alternative Möglichkeiten jenseits bestehender Machtverhältnisse entwirft.