In Tahiti werden sie Zeugen einer Konferenz. Auf einer Gartenparty in einer tropischen, in der Säulenhalle des Weltmuseums Wien gelegenen Landschaft, unterhalten sich Christoph Kolumbus und Margaret Mead bei einem Glas Wein, während Franz Boas Kunststücke vorführt. Die Künstlerin selbst trifft Vorbereitungen, um als teilnehmende Beobachterin ihrer Arbeit nachzugehen, während Indian(er) Jones den roten Vorhang lüftet, um sein Museum zu präsentieren. Wie die Frau in Sigmund Freuds Arbeitszimmer hat auch er seine gesammelten außereuropäischen Objekte benannt und kategorisiert. Die Liste, tätowiert auf dem Unterarm einer Frau, zeigt die Genealogie weißer Inbesitznahme ferner Länder und gibt einen Hinweis auf die Installation.

„Für die von oben setzt sich der Kalender aus der Vergangenheit zusammen. Damit es dabei bleibt, wird er von den Mächtigen mit Statuen, Feiertagen, Museen, Huldigungen und Paraden ausgefüllt. Das alles dient dem Zweck, sie dort zu halten, wo sie schon geschehen ist und nicht geschehen wird“, sagt Don Durito, ein gut gekleideter, Pfeife rauchender Käfer aus dem lakandonischen Urwald, der Marcos, den Subcomandante der Zapatistischen Befreiungsarmee, zu seinem Schildknappen erkoren hat.

Statuen, Museen, berühmte Menschen und wichtige Jubiläen finden sich auch auf Briefmarken und Ersttagsbriefen wieder, jenen kleinen Kuverts, mit denen die Post unterschiedlicher Nationen zu verschiedenen Zeiten der Vergangenheit gedenkt und diese für die Zukunft verewigt.