Mit der Ausstellungsreihe Mahlzeit! widmet sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Thema Essen in der Kunst.

Mehr als alltägliche Verbrauchsprodukte avanciert Essen in der Kunst zu einer künstlerischen und zeithistorischen Dokumentation von menschlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen und Belangen. Es wird zum Bedeutungsund Bildträger gesellschaftspolitischer Diskurse und sozio-ökonomischer Verhältnisse, sozialer Ordnungen, kultureller Codierungen, interkultureller Vielfalt und von Machtstrukturen.

Mit der ersten Ausstellung begrüßen wir Sie in der Feinkunsthalle. Angelehnt an die räumlichen Strukturen eines Einkaufsladens können Sie in den Ausstellungsräumen der Feinkunsthalle die delikatesten Nahrungsund Genussmittel aus den Beständen der Kunstsammlungen Chemnitz entdecken. Von der hauseigenen Bäckerei über die Obst- und Gemüseabteilung, entlang der Fleischtheke bis hin zu den Kaugummis an der Kasse präsentiert die Ausstellung epochenübergreifend vielfältige künstlerische Darstellungen von Nahrungsmitteln. Als existenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens finden sich Essensdarstellungen seit je her als zentrales und vielschichtiges Motiv in der Kunst.

Von zahlreichen Stillleben, die als primäres Genre der Essensdarstellung in der Kunstgeschichte dienen, über die Reformbewegungen in den 1920er Jahren, in denen Fragen nach vegetarischer und veganer Lebensweise an Bedeutung gewannen, die Mangelernährungen in instabilen Phasen bis hin zum Konsum von Fleisch – in der multiperspektivischen Zusammenstellung der Feinkunsthalle treten historische und zeitgenössische Werke in einen Dialog über Essen als kulturelles, wirtschaftliches und gesellschaftliches Produkt.

Feinkunsthalle fragt dabei nach der Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst. Welche Geschichten lassen sich anhand von Essensdarstellungen erzählen? Welche Produkte wurden in einer bestimmten Zeit konsumiert und wie? Was können wir daraus über historische Zusammenhänge lernen?