Frau trägt Tracht in Ober­österreich. Jede Generation trägt ihr eigenes Kleid und doch gibt es Entwicklungs­linien, die über Jahr­zehnte und Jahr­hunderte fortdauern. Die Ober­österreicherin war in ihrer Kleider­wahl immer schon neugierig auf Neu­heiten, die sie gerne übernahm, sofern es ihre Möglichkeiten erlaubten. Dabei verblieb sie aber in regional­spezifischen Traditionen, die sich an Details äußern. Nach dem Ende der Kleider­ordnungen Mitte des 18. Jahr­hunderts konnte sich so eine eigene ober­österreichische Kleider­tradition entwickeln. Neben dem Landes­anzug entwickelte sich so auch für die Ober­österreicherin eine Tracht, die als Landes­tracht fortdauert und nun zeit­gemäße Impulse bekommen soll.

Ein neues Kleid für Ober­österreich

In den letzten Monaten waren die Ober­österreicher:innen im Zusammen­wirken mit der WKOOE Mode & Bekleidung­stechnik aufgefordert, sich mit einer Neu­entwicklung der Landes­tracht für die Ober­österreicherin zu beschäftigen. Basis der Auseinander­setzung war die historische Vielfalt an Damen­bekleidungs­stücken aus dem 18. bis 20. Jahr­hundert aus der Sammlung des Ober­österreichischen Landes­museums. Das Zusammen­wirken von Tracht und Mode, Gesellschaft, Politik und Geschichte ergab eine Vielfalt an Kleider­traditionen mit großen historisch geprägten Verschieden­heiten, die bis heute fortdauern. Deutlich unterscheidbar ist das Salz­kammergut vom Zentralraum, das Mühl­viertel vom Innviertel und Hausruck­viertel. Hier eine Klammer für ganz Ober­österreich zu finden, ist eine Heraus­forderung. Gefragt war nach einem zeitgemäßen Kleid, einer Tracht oder auch einem Kostüm.

Unter den 46 Einsendungen sind von einer Fachjury 7 spannende Entwürfe ausgewählt worden, die den Spagat zwischen Tradition und Zukunft spannen. Die Besucher:innen sind aufgefordert, ihre Favoritin für die „Ober­österreicherin.Dirndl.Kleid“ auszuwählen.