Wenn ich über meine Malerei einen zeitgemäßen Pressetext verfassen müsste, dann läse sich das ungefähr so:
René Luckhardts Arbeiten verbinden Malerei nicht mit Zeichnung, Video oder Fotografie und sie basieren nicht auf technologischen oder kybernetischen Experimenten. Luckhardt entwickelte auch nie eine Malmaschine. Er erforscht keine konzeptuellen Paradigmen und schafft keine luxuriösen Ikonen und aufwendige Tableaus. Er bezieht die Betrachter*in in keinen metaphysischen Dialog mit der Geschichte der visuellen Kultur ein. Er setzt sich in seiner Kunst nicht mit Themen auseinander und er begleitet auch nicht die Demokratisierung der Medien an der Schwelle zum digitalen Zeitalter. Außerdem ignoriert er in seinen Arbeiten die psychologischen Strömungen, die den Fortschrittserzählungen zugrunde liegen usw.
Aber was mache ich dann eigentlich? Kann ich meine Arbeiten überhaupt „Arbeiten“ nennen? Natürlich weiß ich, dass das Wort in der Kunst häufig und selbstverständlich gebraucht wird. Aber was hat „Arbeit“ mit Malerei zu tun? Wir betrachten Malerei mit unterschiedlichen Erwartungen und aus verschiedenen Gründen. Aber sicher nicht, weil wir uns an Mühsal, Plage und Belastungen erfreuen oder weil es des Geldes wegen gemacht wurde. Im Englischen gibt es „work“ oder „piece“, was kaum besser ist, aber es gibt auch das Wort „painting“. Es bezeichnet zugleich das Gemälde, das Gemalte, das Malen und die Malerei.
Ich male Blumenstillleben – ein ganz bestimmtes Blumenstillleben oder das Blumenstillleben an sich? Who knows. Jedenfalls male ich es so, wie ich es sehe: durch eine Fensterscheibe, die vielleicht nicht immer sauber ist, im Fensterkreuz gespiegelt, verschoben, anamorph verzogen über die Leinwand hinaus oder fragmentiert, sodass wir manchmal nur noch eine gemorphte Vase oder ihre Scherben erkennen … Das Motiv ist also im Fluss und lässt sich nicht mehr eindeutig fassen, doch es ist ganz sicher da.
(Text von René Luckhardt)











