Die Galerie Camera Work präsentiert vom 28. März bis zum 6. Juni 2026 die Gruppenausstellung Peel off. Diese widmet sich mit über 100 Unikaten von sechzehn namhaften Künstlern der Geschichte des legendären Sofortbildes. Unter den Arbeiten aus den frühen 1970er Jahren bis heute, die vielfach an den Sets berühmter Fotoshootings entstanden, sind zudem seltene großformatige Werke von Peter Beard, Michel Comte und Olaf Heine.

Das Sofortbild wurde maßgeblich durch Herbert Erwin Land und die Firma Polaroid geprägt. Land stellte das erste unmittelbar entwickelbare Fotopapiersystem 1947 erstmals vor und machte es später mit der Firma Polaroid weltweit bekannt. Das patentierte Entwicklungsverfahren etablierte sich in der professionellen Fotografie als wichtiges kreatives Werkzeug und war etwa zur Licht- und Kompositionsprüfung am Set entscheidend. Die sichtbare Entwicklungszeit des Bildes, die durch die Peel off-Trennung der Entwicklungsbögen manuell abgeschlossen wurde, verstärkte die Wahrnehmung des fotografischen Prozesses und dessen performativen Charakter. Jedes Sofortbild ist ein physisches Unikat, das direkt mit seinem Entstehungszeitpunkt verknüpft bleibt.

Die Ausstellung zeigt Sofortbilder, die zwischen den 1970er und 2000er Jahren im Rahmen des künstlerischen Entstehungsprozesses ihren Höhepunkt erlebten, bevor sie durch die digitale Fotografie verdrängt wurden. Sie verloren jedoch nie vollständig an Relevanz. Arbeiten von Helmut Newton aus den 1970er Jahren sowie von Arthur Elgort und Patrick Demarchelier aus den 1990er Jahren belegen den Stellenwert des Sofortbildes für die Komposition eines fotografischen Werks. Darüber hinaus werden die Gebrauchsspuren und die besondere Ästhetik der Bilder als charakteristisches Stilmittel wahrgenommen, das eine intime und unmittelbarere Atmosphäre widerspiegelt und die Arbeitsprozesse von Künstlern wie Eugenio Recuenco oder Jean-Baptiste Huynh auf einzigartige Weise dokumentiert. Parallel entwickelte sich das Sofortbild als eigenständiges künstlerisches Medium, mit dem ganze Serien fotografisch umgesetzt wurden. Seit den 2010er Jahren erfährt das Sofortbild eine Renaissance, die eine Sehnsucht nach analogen, entschleunigten Bildprozessen unterstreicht. Dank seiner besonderen künstlerischen Merkmale ist das Sofortbild seit vielen Jahren auf dem primären und sekundären Fotokunstmarkt ein relevantes Sujet, das mitunter Höchstpreise erzielt.